RHV 2023

VORWORT

INVESTITIONEN

Mehr als EUR 1,7 Mio. waren im Wirtschaftsplan an Investitionen vorgesehen, etwa 1,3. Mio. wurden davon umgesetzt. Die größten Vorhaben waren Beckensanierungen, der Tausch von zwei Rechen bei der ARA sowie die Inbetriebnahme eines Saug- und Spülfahrzeuges für den Bereich Verbandssammler.

BETRIEB UND VERWALTUNG

Da die laufenden Darlehen planmäßig getilgt und bereits seit mehreren Jahren keine neuen Darlehen aufgenommen werden, ist auch im Berichtsjahr die Annuitätenbelastung weiter zurückgegangen.


Die Verwaltungsausgaben wurden wie immer vorsichtig budgetiert und konnten um mehr als 10 % unterschritten werden. Hier bewährt sich die Tatsache, dass zentrale Verwaltungsbereiche von allen drei im Verbund befindlichen Unternehmen genutzt und die Aufwendungen dafür entsprechend aufgeteilt werden. Die inflationsbedingten Kostensteigerungen konnten auf diese Weise gut abgefangen werden.

 
Erheblich belastet durch die Kostensteigerungen in nahezu allen Beschaffungsbereichen war allerdings der laufende Betrieb, wobei vor allem die Energiekosten einen hohen Anteil hatten. Dieser konnte durch eine nahezu optimale Energienutzung im Rahmen der Eigenproduktion gemindert werden. Durch eine vorausschauende Budgetplanung gelang es, die Ansätze im Rechnungsabschluss geringer als bei der Planung zu halten. Die Betriebsausgaben konnten gegenüber dem Plan um fast EUR 1 Mio. unterschritten werden. Knapp EUR 1,5 Mio. wurden insgesamt den Mitgliedern und dem RHV Tennengau Nord im Zuge der Endabrechnung refundiert.


Basis für die Aufteilung der Betriebskosten ist bekanntlich die abgerechnete Trinkwassermenge, diese betrug 2023 knapp 15 Mio. m³ und war damit kaum verändert gegenüber dem Jahr 2022.

Die Betriebskosten für die Mitglieder betrugen nach der Endabrechnung rund 33 Cent pro m³, dies ist annähernd der gleiche Wert wie vor zehn Jahren.

eINNAHMEN

Weiterhin auf einem hohen Niveau – mehr als EUR 2,7 Mio. im Berichtsjahr – befinden sich die diversen Einnahmen des Verbandes für Betriebsführungen, externe Dienstleistungen des Labors und die Behandlung von Betriebsabwässern etc. Auch die Kooperation mit dem RHV Oberndorf gestaltet sich nach wie vor positiv (für beide Seiten).

KÜNFTIGE HERAUSFORDERUNGEN

Für eine strategische Ausrichtung ist eine mehrjährige Betrachtung erforderlich. Basis dafür ist üblicherweise eine Mittelfristplanung über fünf Jahre, die der Verband zuletzt im Jahr 2019 vorgelegt und beschlossen hat. Ereignisse, die nicht vorhersehbar waren, etwa die „Corona-Krise“ ab 2020 oder die darauf folgende äußerst dynamische Inflations- und Zinsentwicklung sowie die herausfordernde Situation auf dem Energiesektor, haben zu deutlichen Korrekturerfordernissen geführt. Die Folgen dieser Entwicklungen sind keineswegs vorbei, sodass mittelfristige Planungen nach wie vor schwierig sind. Dennoch wird der Verband eine solche Planung auch für die Jahre 2025 bis 2029 vorlegen.


Zu dieser allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage kommen aber noch Besonderheiten hinzu, die den Abwassersektor im Speziellen betreffen. Auf die Tatsache, dass ab den dreißiger Jahren die Klärschlammbehandlung auf neue Beine zu stellen ist, wird bereits seit längerem aufmerksam gemacht. Ausreichende Anlagen zur dann notwendigen Phosphorrückgewinnung stehen in Österreich bis dato nicht zur Verfügung. Auch wie sich damit die Kosten entwickeln, kann derzeit nicht gesagt werden, eine merkbare Erhöhung wird es jedenfalls geben.


An legistischen Veränderungen ist ebenso auf die neue EU-Richtlinie zur kommunalen Abwasserbehandlung hinzuweisen. Diese sieht die Umsetzung einer zusätzlichen Reinigungsstufe auf Kläranlagen, u. a. mit dem Ziel der Entfernung von Mikrokunststoffen und Arzneimittelrückständen aus dem Abwasser, vor. Auch in diesem Fall werden eine Erhöhung der Kosten für notwendige Investitionen, aber auch ein kostenintensiverer Betrieb die Folgen sein. Offen ist ebenfalls, wie sich die Einführung einer CO²-Bepreisung kostenmäßig künftig auswirken wird.


An der Zielsetzung, durch sparsames und effizientes Wirtschaften die finanziellen Spielräume für notwendige Investitionen zu schaffen, wird sich trotz der geschilderten äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen auch in Zukunft nichts ändern. Ebenso steht weiterhin eine möglichst günstige Kostenstruktur für die Mitgliedsgemeinden und Kooperationspartner im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handelns des Verbandes.

BILANZ IN €

2022 2023 Veränderung
Aktiva:  
Anlagevermögen 78.333.881,91 76.091.470,24 -2.242.411,67
Umlaufvermögen  
I. Vorräte 193.472,28 162.064,55 -31.407,73
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.846.747,34 1.343.700,41 -503.046,93
III. Kassabestand, Guthaben 6.701.001,20 7.165.392,32 464.391,12
Rechnungsabgrenzungsposten 268.442,95 276.707,47 8.264,52
 
Bilanzsumme 87.343.545,68 85.039.334,99 -2.304.210,69
 
Passiva:  
Eigenkapital 72.303.256,58 72.529.304,22 226.047,64
Rückstellungen 1.283.431,00 1.209.102,00 -74.329,00
Verbindlichkeiten  
1. gegenüber Kreditinstituten 10.076.563,01 6.958.435,47 -3.118.127,54
2. aus Lieferungen und Leistungen 185.727,29 735.395,06 549.667,77
3. gegenüber verbundene Unternehmen 512.892,49 266.436,50 -246.455,99
4. sonstige Verbindlichkeiten 2.281.675,31 1.740.661,74 -541.013,57
Rechnungsabgrenzungsposten 700.000,00 1.600.000,00 900.000,00
 
Bilanzsumme 87.343.545,68 85.039.334,99 -2.304.210,69

GUV IN €

2022 2023 Veränderung
Umsatzerlöse 11.727.870,82 14.191.302,15 2.463.431,33
andere aktivierte Eigenleistungen 0,00 0,00  
sonstige betriebliche Erträge 2.874.004,45 2.443.464,97 -430.539,48
Betriebsleistung 14.601.875,27 16.634.767,12 2.032.891,85
 
Materialaufwand 1.369.710,02 2.724.221,43 1.354.511,41
Aufwand für bezogene Leistungen 1.599.679,26 1.984.725,75 385.046,49
Personalaufwand 2.677.607,12 2.898.707,58 221.100,46
Abschreibungen 4.241.404,43 3.621.435,53 -619.968,90
sonstige betriebliche Aufwendungen 5.029.521,40 5.485.666,17 456.144,77
Betriebsaufwand 14.917.922,23 16.714.756,46 1.796.834,23
 
Betriebsergebnis -316.046,96 -79.989,34 236.057,62
Finanzergebnis 133.197,71 306.036,98 172.839,27
Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0,00 226.047,64 226.047,64
 
Jahresgewinn -182.849,25 0,00 182.849,25

Mitarbeiter:Innen

38

Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit

15,17 Jahre

REINIGUNGSLEISTUNG/
GRENZWERTE

CSB

ABBAUWIRKUNGSGRAD

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BSB5

ABBAUWIRKUNGSGRAD

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TOC

ABBAUWIRKUNGSGRAD

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NGES

ABBAUWIRKUNGSGRAD

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PGES

ABLAUFGRENZWERT

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ELEKTRISCHE


ENERGIE

VERBRAUCH

9.694.779 KWH

PRODUKTION

9.861.560 KWH

ELEKTRISCHE


ENERGIE

SITUATION


ARA SIGGERWIESEN

STROM 2021

VERBRAUCH 9.368.283 KWH
PRODUKTION 9.158.555 KWH
ZUKAUF 818.769 KWH

STROM 2022

VERBRAUCH 9.573.300 KWH
PRODUKTION 9.854.162 KWH
ZUKAUF 430.645 KWH

STROM 2023

VERBRAUCH 9.694.779 KWH
PRODUKTION 9.861.560 KWH
ZUKAUF 563.666 KWH

INVESTITIONEN

WAS SONST NOCH BEDEUTSAM WAR

KANALKATASTER

Im Verbandsgebiet wurden bis Ende 2023 ca. 790,3 km Kanal- und Wasserleitungsanlagen im Kataster erfasst.

KANALREINIGUNG

Im Jahr 2023 wurden von den Mitarbeitern des Reinhalteverbandes 138,1 Kilometer Kanalnetz gereinigt.

TV-Inspektion

Mittels TV-Inspektion wurden im Jahr 2023 76,6 Kilometer Kanalnetz begutachtet und klassifiziert.

Emmisionsregisterverordnung
(EmRegV-OW)

In Österreich werden alle wesentlichen Belastungen von Oberflächengewässer erfasst, dies betrifft ab einer bestimmten Größe alle Betreiber von Anlagen, die Abwasser in einen Kanal oder direkt in Oberflächengewässer einleiten dürfen.


Neben Parametern die mit der Routineanalyse erfasst werden müssen, läuft im Abstand von 6 Jahren ein Programm, mit dem spezielle umweltgefährdende Stoffe analysiert werden.